Ölbild

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Seite eines Ölbildes (am Beispiel "Broadway") mit Beschreibungen der jeweiligen Bestandteile

Das Ölbild ist die grafische Darstellung der zu erwartenden Ölung einer Lauffläche. Es zeigt, an welchen Stellen der Spieler mit wie viel Öl auf der Bahn zu rechnen hat und wie es aufgebracht wurde. Damit ist es eine hilfreiche Quelle für Spieler mit Hakenwurf, welches Verhalten sie von ihrem Ball erwarten können.

Ein Ölbild stellt nicht die tatsächlichen Gegebenheiten einer Bahn dar. So kann zum Beispiel der Effekt des Carry Downs nicht berücksichtigt werden. Es stellt vielmehr den Idealwert dar, der der Ölmaschine, welche die Bahn präpariert, als Eingabe dient.

Bestandteile eines Ölbildes

Ein Ölbild besteht in der Regel aus vier Teilen:

  • dem Kopf
  • das Programmschema (oder auch Ölprogrammblock genannt)
  • das Overheadbild
  • die Ratio-Tabelle
  • das Ölhistogramm (oder auch Composite Graph genannt)

Kopf

Im Kopf des Ölbildes finden sich generelle Informationen, wie der Name des Ölbildes, seine Verwendung (zum Beispiel bei welchem Ereignis das Bild eingesetzt wird/wurde) sowie eine kurze Zusammenfassung der Eigenschaften des Ölbildes, wieder. Der Kopf ist der Teil eines Ölbildes, der am meisten von Bild zu Bild und von Hersteller zu Hersteller variiert. Folgende Kennzahlen sind allerdings häufig anzutreffen:

  • Oil per Board
  • Länge des Ölbildes, auch als Oil Pattern Distance oder Oil Pattern Length bezeichnet
  • Gesamtvolumen des Öls, das auf die Lauffläche aufgebracht wurde, auch als Volume Oil Total bezeichnet
  • Die Anzahl der Boards, die von der Ölmaschine überstrichen wurden, auch als Total Boards Crossed bezeichnet
  • Das Volumen an Öl, das beim Vorwärtsfahren der Ölmaschine über die Lauffläche aufgebracht wurde, auch als Forward Oil Total bezeichnet
  • Das Volumen an Öl, das beim Rückwärtsfahren der Ölmaschine über die Lauffläche aufgebracht wurde, auch als Reverse Oil Total bezeichnet

Ölprogrammblock

Der Ölprogrammblock ist eine tabellarische Aufstellung der Programmierung der Ölmaschine und stellt den feinsten Detaillierungsgrad an Information auf dem Ölbild dar.

Screen # Left End of Stream Right End of Stream Number of Loads or Streams Travel Speed (in/sec) Beginning Distance of Load (feet) Ending Distance of Load (feet) Number of Boards Crossed per Load Total Boards Crossed Total Volume of Oil (µl)
1F 2 2 2 14.00 0.00 1.90 37 74 3700
2F 9 9 1 14.00 1.90 3.80 23 23 1150
... ... ... ... ... ... ... ... ... ...

Zeilenweise werden Abschnitte (im Englischen auch Screens genannt) gebildet. Ein Abschnitt gibt für einen Bereich an, wie viel Öl auf die Lauffläche aufgetragen werden soll. Die Abschnitte unterteilen sich in solche, die beim Fahren der Maschine von der Foullinie bis zum Pindeck genutzt werden (Vorwärtsrichtung, im Englischen als Forward bezeichnet) und in diejenigen, die beim Fahrem vom Pindeck zur Foullinie verwendet werden (Rückwärtsrichtung, im Englischen als Reverse bezeichnet). Dabei werden die einzelnen Abschnitte mit fortlaufenden Nummern bezeichnet. Zusätzlich erhalten die Abschnittsnummern am Ende noch ein F, falls es sich um ein Abschnitt der Vorwärtsrichtung handelt, beziehungsweise ein R, wenn es sich um die Rückrichtung handelt.

Die Position eines Abschnittes wird durch die folgenden vier Parameter festgelegt:

  • Left End of Stream: Nummer der Leiste vom linken Rand der Lauffläche gerechnet, ab dem Öl bis zur Mitte (zwanzigste Leiste) aufgetragen werden soll.
  • Right End of Stream: Nummer der Leiste vom rechten Rand der Lauffläche gerechnet, ab der Öl bis zur Mitte aufgetragen werden soll.
  • Beginning Distance of Load: Abstand des Abschnitts von der Foullinie gerechnet, ab dem Öl aufgetragen werden soll. Die Entfernung von der Foullinie wird in Fuß (ein Fuß entspricht 30,48cm) gemessen.
  • Ending Distance of Load: Position des Abschnittes von der Foullinie gerechnet, bis zu dem Öl aufgetragen werden soll. Die Entfernung von der Foullinie wird in Fuß gemessen.

Der Wert Number of Boards Crossed per Load gibt an, wie viele Leisten in diesem Abschnitt überstrichen wurden. Er kann durch folgende Formel ermittelt werden:

Boards Crossed per Load = ( (20 - Left End of Stream ) + (20 - Right End of Stream) + 1 )

Die Angabe der Streams (oder auch Loads genannt) gibt die Anzahl der Sprühvorgänge an, welche die Düsen in diesem Bereich ausführen sollen. Das Ölvolumen jedes dieser Sprühvorgänge ist einheitlich und wird im Kopf des Ölbildes unter Oil per Board angegeben (siehe oben).

Die Multiplikation von Streams und Boards Crossed per Load ergibt dann den Wert Boards Crossed.

Boards Crossed = Boards Crossed per Load * Streams

Wird dieser dann mit dem Volumen der Grundeinheit (Oil per Board) ebenfalls multipliziert, erhält man das Gesamtvolumen an Öl, das auf diese Abschnitt aufgetragen wurde (Total Volume of Oil).

Total Volume of Oil = Boards Crossed * Oil per Board

Schließlich wird die Gesamtmenge des aufgetragenen Öls mit der Geschwindigkeit der Maschine Travel Speed gesteuert. Dabei gilt: Desto langsamer die Maschine in jeweiligen Abschnitt, desto mehr Öl wird aufgetragen.

Klipper.png

To Do
Diese Aussage ist merkwürdig; "Total Oil" ist nicht von der Geschwindigkeit abhängig; Aussage so unter http://www.bc-frankenkitzingen.de/bowling/oelung.php gefunden

Overheadbild

Overheadbild des Ölbilds "Broadway". Die blauen Bereiche sind Stellen auf der Bahn, an denen Öl aufgebracht wurden

Das Overheadbild ist die visuelle Zusammenfassung des Ölprogrammblocks. Es stellt die Lauffläche der Bahn dar, wobei unten die Foullinie (0ft) und oben das Pindeck (60ft) zu finden ist. Die 40 Leisten der Lauffläche sind schematisch eingezeichnet. Die Farbe gibt Auskunft, wie viel Öl an der jeweiligen Stelle zu erwarten ist. Dabei gilt grundsätzlich, daß je dunkler die verwendete Farbe ist, desto mehr Öl aufgetragen wurde.

Je nach Typ des Overheadbildes können Farben, die in einer Legende erläutert werden, auch zusätzliche Informationen über die Art des Ölauftrages preisgeben. Dabei werden oftmals folgende Fachbegriffe verwendet:

Forward
In diesem Bereich wurde nur dann Öl aufgetragen, wenn die Maschine sich in Vorwärtsrichtung bewegt hat.
Reverse
In diesem Bereich wurde nur dann Öl aufgetragen, wenn die Maschine sich in Rückwärtsrichtung bewegt hat.
Combined
In diesem Bereich wurde sowohl in Vorwärts- als auch in Rückwärtsrichtung Öl aufgetragen.
Buff
In diesem Bereich wurde kein neues Öl beim Überfahren der Maschine aufgetragen, sondern nur noch das verbleibende Öl in den Schläuchen der Maschine auslaufen lassen. Über die Bewegungsrichtung der Maschine wird hierbei keine Aussage getroffen, ergibt sich aber oftmals sachlogisch aus den umliegenden Bereichen.

Ratio-Tabelle

Die Ratio-Tabelle gibt eine Übersicht wie die Ölmengen in den Bahnbereichen zu einander stehen. Die Leiste der Bahn, die in Summe die größte Menge an Öl erhalten hat[Fußnote 1], wird dazu der Normierungswert 1 zugewiesen (sogenannte Referenzleiste). Für eine bessere Übersicht werden die restlichen Leisten in Gruppen zusammengefaßt und deren mittlere Menge an Öl ermittelt. Ausgehend davon wird ermittelt, um welchen Faktor (auch Ratio der Gruppe genannt) die Ölmenge in den Gruppen geringer ist, als auf der Referenzleiste. Wäre also beispielsweise auf der Referenzleiste 0,9ml an Öl und läge der Durchschnitt der Ölmenge einer Gruppe bei 0,45ml, so hätte das Ratio der Gruppe den Wert 2. In der Tabelle würde dann ein Ratio-Wert von "1 : 2.0" angegeben werden.

Die Ratio-Tabelle für das Ölbild "Broadway" (in der 50µl-Variante) ist beispielsweise wie folgt:

Beschreibung Außenseite Links zu Mitte Mittlere Spur zu Mitte Innere Spur zu Mitte Mitte zu innere Spur Mitte zu mittlere Spur Mitte zu Außenseite rechts
Leisten 3L-7L zu 18L-18R 8L-12L zu 18L-18R 13L-17L zu 18L-18R 18L-18R zu 17R-13R 18L-18R zu 12R-8R 18L-18R zu 7R-3R
Ratio 4.09 1.27 1 1 1.27 4.09

Composite Graph

Composite Graph für das Ölbild "Broadway". Die Darstellung zeigt unter Vernachlässigung der Position auf der Bahn, auf welchen Leisten wieviel Öl durch die Vorwärts- bzw. die Rückwärtsrichtung aufgetragen wurde.

Der Composite Graph ist eine Darstellung in Form eines Histogramms, das unabhängig von der Position des Öls zwischen Foullinie und Pindeck angibt, wie viel Öl sich in Summe pro Leiste aufgetragen wurde. Das Histogramm hat deshalb 40 Balken, die in zwei Teile aufgeteilt sind. Sie geben jeweils den Anteil an, wie viel Öl in Vorwärts- beziehungsweise in Rückwärtsrichtung auf der Leiste aufgetragen wurden.

In der Regel werden die Leisten in der Mitte in Summe mehr Öl erhalten haben, als die auf den Rändern, damit ein Hakenwurf möglich wird. Für den Wurf ist insbesondere interessant, mit welchem Faktor die Leisten in der Mitte gegenüber den Leisten am Rand abfallen. Dieses Verhältnis wird auch Ratio des Ölbildes genannt. Statt den Absolutbetrag der Ölmenge anzugeben, normieren viele Composite Graphs deshalb die mittlere Leiste mit dem Wert 1 und tragen dann nach außen den jeweiligen Ratiowert ab. Das Ratio des Ölbiles ist dann auf den beiden äußersten Leisten direkt im Graph ablesbar.

Eigenschaften

Alle Ölbilder weisen eine Reihe von Eigenschaften auf, die zumeist in wesentlichen Faktoren des Bowlings begründet sind:

Aufteilung in Heads, Pines und Backend
Der Aufteilung der Lauffläche in die drei Bahnbereiche Heads (mit viel Öl), Pines (mit einer mittleren Menge an Öl) und Backend (kein Öl) muss grundsätzlich Rechnung getragen werden.
Symmetrie
Ölbilder müssen grundsätzlich achsen-symmetrisch gegenüber der mittleren Leiste sein. Wären sie es nicht, würden linkshändige Spieler gegenüber den rechtshändigen Spielern bevorteilt beziehungsweise benachteiligt. Im Sinne einer fairen Ausübung eines Sports ist dies aber abzulehnen[Fußnote 2].
Außenbereiche mit weniger Öl
Um den gewünschten Effekt eines Hakenwurfs zu erreichen, müssen die Außenseiten des Ölbildes weniger Öl aufweisen, als die inneren Leisten. Andernfalls würden die Bälle ihren Breakpoint verpassen.

Veränderung des Ölbildes durch Bespielen

Wird auf einem einmal aufgetragenen Ölbild gespielt, trägt der Ball das Öl entlang seiner Bahn mit sich. Dadurch verändert sich der zuvor gleichmäßige Auftrag von Öl an den bespielten Stellen. Dieser Effekt wird als Carry Down (wörtlich "nach unten tragen") bezeichnet. Insbesondere führt dieser Effekt dazu, daß mit der Zeit das Backend mit Streifen aus Öl überzogen ist. Trifft man auf einen solchen Streifen, kann die Ballreaktion signifikant anders ausfallen als zuvor zu erwarten gewesen wäre, als wenn der Streifen nicht vorhanden wäre.

Die übliche Reaktion eines Spielers ist, die entsprechende Linie, entlang deren er den Hakenwurf ausführt, zu verändern, sofern der Effekt der bespielten Stelle zu groß wird. Mit fortschreitendem Spiel und vielen Spielern auf der Bahn kann es allerdings problematisch werden, noch Stellen zu finden, die noch nicht durch Carry Down betroffen sind. Solche Bahnen werden dann als abgespielt bezeichnet.

Auswirkungen

Ratio

Das Ratio eines Ölbildes ist das Ratio der Gruppe aus der Referenzleiste gegenüber der Außenseiten. In der Regel entspricht dies auch dem größten Ratiowert aller Gruppen.

Desto höher das Ratio eines Ölbildes, desto leichter ist es, einen erfolgreichen Hakenwurf auszuführen. Sehr leichte Ölbilder haben ein Ratio von 1:12 (das heißt, es befindet sich 12 Mal mehr Öl auf der Mitte der Bahn als an dessen Rändern) - schwere Ölbilder von nur 1:3.

Für die Klassifikation von Ölbildern wird auf diesen Seiten die folgende Definition verwendet:

Bereich des Ratio Schwierigkeitsgrad übliche Zielgruppe
1:1.0 1:3.0 schwer Profispieler
1:3.0 1:5.0 mittel Fortgeschrittene Spieler
über 1:5.0 leicht Freizeitspieler

Diese Definition entspricht derjenigen der Firma "Kegel", ein zentraler Hersteller für Ölmaschinen und deren Zubehör.

Ölmenge

Je mehr Öl auf der Lauffläche (in Summe) aufgebracht, desto mehr Öl kann auch durch den Ball verschoben werden (siehe auch Carry Down). Dies führt dazu, daß auch mehr Öl in das Backend, das der Spieler am liebsten ohne Öl vorfindet, getragen wird. In der Regel führt deshalb eine größere Ölmenge dazu, daß auch das Backend bei Carry Down fleckiger wird, was dazu führt, daß die Würfe zunehmend unkontrollierbarer werden.

Es gilt deshalb generell: Desto größer die Gesamtmenge an Öl auf der Bahn, desto schwieriger ist es, auf Dauer zu spielen[Fußnote 3].

Eine erhöhte Ölmenge hat ebenfalls zur Folge, daß - ceteris paribus - der Ball bei der Ausführung eines Hakenwurfes leichter rutschen kann. Bei Verwendung des gleichen Balles führt dies also zu einer geringen Kruvenbewegung, so daß der Spieler flacher spielen muß, um den gleichen Endpunkt auf dem Pindeck zu erreichen. Möchte der Spieler eine genauso große Kurvenbewegung seines Wurfes auf einem Ölbild mit größerer Ölmenge haben, so muß seine Balloberfläche entsprechend rauer ausfallen, damit die gleichen Seitenführungskräfte auftreten können.

Die Ölbilder auf diesen Seiten werden anhand der folgenden Einteilung nach Ölmenge in Gruppen eingeteilt:

Ölmenge (gesamt) Gruppenbezeichnung übliche Zielgruppe
bis zu 20ml trocken Freizeitspieler
zwischen 20ml und 22,5ml mittel Fortgeschrittene Spieler
über 22,5ml ölig Profispieler

Länge

Das Programm der Ölmaschine gibt vor, bis zu welchem Abstand von der Foullinie Öl aufgetragen wird. Dieser Wert wird als die Länge eines Ölbildes bezeichnet. Desto länger ein Ölbild ist, desto kürzer ist der Bereich des Backends. Bei Ausführung eines Hakenwurfes muß deshalb der Ball später und stärker reagieren, um die gleiche Anzahl von Leisten bei der Bogenbewegung durchführen zu können.

Die auf diesen Seiten beschriebenen Ölbilder werden nach folgender Konvention in unterschiedliche Gruppen gemäß deren Länge eingeordnet.

Länge Bezeichnung
bis zu 38 Fuß kurz
zwischen 38 und 41 Fuß mittel
über 41 Fuß lang

Forward vs. Reverse

Klipper.png

To Do
Grundsätzlich wird mehr Öl in Vorwärtsrichtung als in Rückwärtsrichtung auftragen. Desto höher allerdings der Anteil der Rückwärtsrichtung ist, desto leichter ist das Ölbild zu bespielen. Warum eigentlich?

Lesen eines Ölbildes

Klipper.png

To Do
Verweis auf eine Kategorie für Ölbilder

Klipper.png

To Do
Einen Schnellkurs durchmachen, welche Werte man sich nacheinander anschauen sollte, um ein Ölbild schnell erfassen zu können

Nicht berücksichtige Aspekte

Das Ölbild steht nicht den tatsächlichen Stand jeder Bahn dar, sondern spiegelt nur den Idealzustand kurz nach Aufbringen des Öls durch die Ölmaschine dar. Insbesondere können folgende Aspekte nicht in einem Ölbild berücksichtigt werden:

Carry Down
Durch das Bespielen nehmen Bälle immer eine geringe Menge an Öl aus den Pines in das Backend mit. Dadurch verschiebt sich mit der Zeit die Ölmenge aus dem mittleren Teil der Bahn in den hinteren Teil der Bahn.
Abtrocknung durch Luftzirkulation
Durch Luftzirkulation - insbesondere wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig und die Luftbewegung entlang der Bahn (beispielsweise in der Nähe eines Einganges der Halle) hoch ist - nimmt die Luft Öl auf. Dadurch trocknet die Lauffläche selbständig mit der Zeit ab - auch dann, wenn auf der Bahn gar nicht gespielt wurde. Je nach Art der Luftzirkulation (Beispiel: Klimaanlage) kann dieser Abtrocknungseffekt auch nur in bestimmten Bereichen der Bahn auftreten.
Art des Öls
Je nach Hersteller und Art des Öls trocknet das Öl unterschiedlich schnell ab. So gibt es beispielsweise sehr leichte Öle, die schnell verdunsten, dadurch aber der Carry Down (siehe oben) eingeschränkt ist. Im Gegensatz dazu gibt es auch schwere Öle, die einen Carry Down-Effekt begünstigen. Die Art des Öls läßt sich in der Regel nicht direkt auf dem Ölbild ablesen. Da oftmals der Hersteller des Öls an den Hersteller der Ölmaschine gebunden ist und für das Aushängeblatt des Ölbildes auf Angaben des Herstellers zurückgegriffen wird, ist eine Abschätzung möglich.
Technische Defekte beim Aufbringen
Insbesondere nicht sauber gewartete Ölmaschinen können dazu führen, daß diese von den Eingabeparametern abweichen. Einige der häufigsten Defekte führen dazu, daß gegenüber dem Programm zu viel Öl auf die Bahn aufgetragen wird.
Bahnschäden / Bahnunebenheiten
Wenngleich bei nahezu allen Bahnen sehr viel Aufwand betrieben wird, um die Lauffläche vollständig eben und gerade zu halten, so können dennoch Dellen, Unebenheiten oder leichte Abschüssigkeit auftreten. Dies kann zu Abweichungen gegenüber dem Ölbild führen: Beispielsweise sammelt sich in Dellen typischerweise das Öl. Abschüssigkeit (auch hängende Bahnen genannt) führt dazu, daß das Öl mit der Zeit "nach unten" fließt (das heißt: "oben" wird es trockener, "unten" sammelt sich das Öl). Auch eine defekte Versiegelung der Bahnoberfläche kann dazu führen, daß das Öl in die Schichten darunter schneller einsickern kann und somit das Laufverhalten gegenüber dem Idealwert abweicht.

All diese Aspekte führen dazu, daß das Ölbild für den Spieler zwar eine gute Informationsgrundlage darstellt, jedoch die realen Gegebenheiten davon abweichen. Für den Bowlingspieler ist dies deshalb Teil der Herausforderung des Bowlingspiels, diese Fälle dann zu erkennen und das eigene Spielverhalten entsprechend darauf anzupassen.

Arten

Bei Ölbildern unterscheidet man zwei grundsätzliche Arten von Ölbildern: Es gibt offizielle Ölbilder, die von unterschiedlichen Parteien (darunter die Hersteller für Bahnpflegeprodukten, aber auch Einzelpersonen) vorgeschlagen werden und von den jeweiligen Organisatoren der Ligen und Turniere genutzt werden. Darüber hinaus gibt es auch noch eine große Vielfalt an individuellen Ölbildern, die von den Bowling-Centern außerhalb der offiziellen Spiele insbesondere für Freizeitspieler verwendet wird.

Offizielle Ölbilder

Klipper.png

To Do
Hier muß noch etwas verbessert werden. Leider wurde nicht angegeben, wie dies genau geschehen soll.

Offizielle Ölbilder zeichnen sich dadurch aus, daß sie global normiert und fixiert sind. In der Regel sind diese Ölbilder auch schwieriger zu bespielen, da sie nahezu ausschließlich für den Ligabetrieb und den Turniersport genutzt werden.

Dies sind einige bekannte Vertreter von häufig gespielten Ölbildern:

  • Athens
  • Atlanta
  • Beaten Path
  • Broadway
  • Beijing
  • London
  • Los Angeles
  • Melbourne
  • Mexico City
  • Montreal
  • Middle Road
  • Paris
  • Rome
  • Route 66
  • Seoul
  • Stockholm
  • Sunset Strip
  • Sydney
  • Tokyo

Alle auf diesen Seiten verfügbaren Ölbilder befinden sich in der Kategorie der Ölbilder.

Eine ausführliche Bibliothek an Ölbildern ist auch beim Hersteller Kegel in seiner Pattern Library (englisch) öffentlich verfügbar.

Hausschuß

Hauptartikel: Hausschuß

Das Ölbild "Hausschuß" ist kein genormtes, einheitliches Ölbild, sondern stellt lediglich einen Sammelbegriff für dasjenige Ölbild dar, das vom Bowling-Center üblicherweise auf den Bahnen aufgetragen wird. Dabei kommen in der Regel spezielle Ölbilder zum Einsatz, die sich

  • leicht einstellen lassen,
  • einen geringen Ölverbrauch erlauben und
  • ein hohes Ratio haben.

Dementsprechend sind auf diesen Ölbildern hohe Spielergebnisse zu erwarten.

Fußnoten

  1. dies ist in der Regel immer die mittlere Leiste - also Leiste 20
  2. Linkshändern ist aufgrund der geringeren Wahrscheinlichkeit auf Gegenspieler zu treffen, die ebenfalls Linkshänder sind, ohnehin einen Vorteil bezüglich des Carry Downs zuzurechnen (siehe ebenda).
  3. unter Vernachlässigung des Abtrocknungseffektes der Bahn